Vorbereitungsassistent

Nach Erhalt der Approbation treten die meisten Zahnärzte in Deutschland eine Stelle als Vorbereitungsassistent an. Da die Vorbereitungszeit begrenzt ist, wird auch das Arbeitsverhältnis häufig befristet geschlossen.

Das Absolvieren der Vorbereitungsassistenzzeit ist Voraussetzung, um später als angestellter bzw. zugelassener Zahnarzt tätig zu werden (vgl. § 32b Zahnärzte-ZV bzw. §§ 18ff. Zahnärzte-ZV).

Bis zu drei Monate der Vorbereitung können durch eine Tätigkeit in einer Universitätszahnklinik oder einer Zahnstation der Bundeswehr ersetzt werden. Diese Tätigkeiten können nicht angerechnet werden, wenn sie kürzer als drei Wochen oder bei gleichzeitiger Ausübung einer eigenen Praxis abgeleistet werden (vgl. § 3 Abs. 2 Zahnärzte-ZV).

Wozu dient Vorbereitungsassistenzzeit?

Rechtliche Vorgaben zu den Inhalten einer Vorbereitungszeit gibt es nicht. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns informiert über die Beschäftigung von Assistenten auf ihrer Website.

Immer wieder wird empfohlen, die Vorbereitungszeit als Zahnarzt zu nutzen, um neben der Vertiefung der zahnmedizinischen Kenntnisse die Abläufe in einer Zahnarztpraxis kennenzulernen – besonders die nicht zahnmedizinischen. Wer plant, eine eigene Praxis zu gründen, kann hier erste Erfahrungen im Praxismanagement machen und vom erfahrenen Zahnarzt lernen, z.B. bei der Personalführung, im Marketing sowie zu steuerlichen und finanziellen Fragestellungen, die sich einem Praxisinhaber stellen.

Dauer der Vorbereitungsassistenzzeit

Die Vorbereitungszeit beträgt mindestens zwei und maximal vier Jahre. Nach einem Jahr darf der Vorbereitungsassistent einen Vertragszahnarzt vertreten (§ 3 Abs. 3 Zahnärzte-ZV).

Vorbereitungsassistenten arbeiten in der Regel Vollzeit, das heißt mehr als 30 Wochenstunden. In Ausnahmefällen kann die Vorbereitungszeit auch halbtags erfolgen. Die Vorbereitungszeit verlängert sich dann entsprechend. Eine Halbtagsbeschäftigung muss der Praxisinhaber laut den Richtlinien für Assistentengenehmigung der KZVB 2.4 im Antrag bei der entsprechenden Bezirksstelle begründen.

Schwanger in der Vorbereitungszeit

Die schwangere Assistentin unterliegt dem Mutterschutzgesetz (MuSchG). Demnach darf der Arbeitgeber die Assistentin faktisch nicht mehr in der Praxis beschäftigen, sobald sie ihm die Schwangerschaft mitgeteilt hat. Für sie gilt dasselbe Beschäftigungsverbot wie für angestellte Zahnärztinnen (siehe auch Kapitel „Angestellt schwanger: Arbeit am Patienten”).

Die Vorbereitungszeit wird in dem Moment unterbrochen, in dem die schwangere Assistentin nicht mehr in der Praxis tätig wird, also der Arbeitgeber das Beschäftigungsvberbot ausgesprochen hat. Die bereits absolvierte Vorbereitungszeit bleibt erhalten. Kehrt die Assistentin nach Entbindung, Mutterschutz und ggf. Elternzeit an den Arbeitsplatz zurück, läuft die zweijährige Vorbereitungszeit weiter.

Der Zahnarzt, dem die Vorbereitungsassistentin genehmigt wurde, hat die zuständige Bezirksstelle der KZVB über das Beschäftigungsverbot zu informieren und die Vorbreitungsassistentin abzumelden (siehe auch Kapitel „Angestellt schwanger: Vertretung, Ruhen, Beendigung”). Vor Wiederaufnahme der Tätigkeit ist zwingend ein neuer Antrag auf Beschäftigung der Vorbereitungsassistentin bei der KZVB zu stellen.

Quelle: Start in die Praxis. Gestaltungsmöglichkeiten der zahnärztlichen Berufsausübung. Broschüre der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns, Stand: November 2015

Beschäftigung eines Vorbereitungsassistenten

Ein Vorbereitungsassistent kann nur von einem Vertragszahnarzt beschäftigt werden. Voraussetzung ist in der Regel, dass der Vertragszahnarzt bereits zwölf Quartale (also insgesamt drei Jahre) abgerechnet hat. Die Vorbereitungszeit ist Voraussetzung für die Eintragung in das Zahnarztregister (§ 3 Abs. 1, 2 Zahnärzte-ZV).

Die Beschäftigung eines Vorbereitungsassistenten genehmigt die zuständige Bezirksstelle der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns, die auch die Anträge online zur Verfügung stellt. Den Antrag muss der Vertragszahnarzt rechtzeitig vor Beschäftigungsbeginn stellen. Rückwirkende Genehmigungen sind nicht möglich.

Keine Vorbereitungsassistenzzeit in Ausnahmefällen

Zahnärzte, die in einem Mitgliedsland der EU oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder einem Vertragsstaat, dem Deutschland und die Europäische Gemeinschaft oder Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben, einen nach den gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften anerkannten Ausbildungsnachweis erworben haben und zur Berufsausübung zugelassen sind, müssen die Vorbereitungsassistenzzeit nicht absolvieren (vgl. § 3 Abs. 4 Zahnärzte-ZV).

Zahnärzte, die ihr Diplom nicht in den vorgenannten Ländern erworben haben, können grundsätzlich nur nach Erhalt einer Approbation oder einer Erlaubnis einer vorübergehenden Ausübung gemäß § 13 Zahnheilkundegesetz (ZHG) zahnärztlich tätig sein.

Weitere Informationen für die Erteilung der Approbation bzw. Erlaubnis gemäß § 13 Zahnheilkundegesetz im Kapitel Berufszulassung bei ausländischem Studium.

Eintrag in das Zahnarztregister

Wer die Vorbereitungszeit abgeleistet hat, kann bei der zuständigen Bezirksstelle der KZVB einen Antrag auf Eintragung in das Zahnarztregister stellen. Der Eintrag in das Zahnarztregister ermöglicht die Anstellung als Zahnarzt oder die Beantragung einer Zulassung als Vertragszahnarzt.

Zahnärzte-ZV

Zahnärzte-ZV

Die Zulassungsverordnung für Vertragszahnärzte (Zahnärzte-ZV) auf www.gesetze-im-internet.de.

mehr

Formen zahnärztlicher Berufsausübung

Formen zahnärztlicher Berufsausübung

Broschüre der Bundeszahnärztekammer (BZÄK)

Wird derzeit überarbeitet.

VOILA_REP_ID=C1257C99:002F5EB3