Praxisgründung

Im Jahr 2016 betrug das Finanzierungsvolumen für die Neugründung einer Einzelpraxis 528.000 Euro und lag somit 9 % über dem Vorjahreswert (2015: 484.000 Euro).

Im Jahr 2016 wählten 30 % der zahnärztlichen Existenzgründer die Berufsausübungsgemeinschaft (2015: 28 %); bei den jüngeren Zahnärztinnen und Zahnärzten (bis 30 Jahre) lag der Anteil der Berufsausübungsgemeinschaft bei 35 % (2015: 39 %).

Die Niederlassung in Form einer Berufsausübungsgemeinschaft erforderte 2016 im Schnitt ein höheres Finanzierungsvolumen als im Vorjahr. Die Neugründung einer Berufsausübungsgemeinschaft schlug 2016 mit 339.000 Euro zu Buche (2015: 330.000 Euro).

Während das Finanzierungsvolumen von kieferorthopädischen Fachpraxen im Durchschnitt um 35 % über dem Niveau allgemeinzahnärztlicher Praxen lag (2015: 30 %), wurde bei Existenzgründungen von oralchirurgischen Praxen sowie von MKG-Fachpraxen in der Regel ein gegenüber allgemeinzahnärztlichen Praxen um 65 % höheres Finanzierungsvolumen benötigt (2015: 60 %).

Quelle: Investitionen bei der zahnärztlichen Existenzgründung 2017. InvestMonitor Zahnarztpraxis des Instituts der Deutschen Zahnärzte

Vorteile einer Praxisgründung (beispielhaft)

  • Eigenes Praxiskonzept
  • Planung und Einrichtung der Praxis nach eigenen Vorstellungen
  • Behandlungsweise und Umgang mit Patienten nach eigenen Vorstellungen
  • Praxisstandort frei gewählt
  • Aufbau eines eigenen Praxisteams

Nachteile einer Praxisgründung (beispielhaft)

  • Höhere Investitionskosten als bei einer Praxisübernahme
  • Längere Anlaufzeit (Planung und Eröffnung) als bei einer Praxisübernahme
  • Zu Beginn keine festen Strukturen (Patienten, Praxisteam)

Drei Säulen einer Praxisgründung

  1. Praxiskonzept
  2. Finanzielles und steuerliches Konzept
  3. Rechtliches Konzept (z.B. Miet- und Kaufverträge, Arbeitsverträge, Wettbewerb)

Vorbereiten und Planen

  • Chancen, Risiken, Ziele definieren und abwägen
  • Behandlungskonzept /-schwerpunkte festlegen
  • Voraussetzungen und Formalitäten erfüllen
  • Praxisformen prüfen
  • Formulierung von Mussanforderungen
  • Patientenakquise: Ideen und Konzept

Standort und Praxisräume finden

  • Stadt oder Land? Welche zahnärztlichen Leistungen sind in der Region gefragt? Wer bietet sie bereits an? Welche Leistungen könnten zusätzliche Nachfrage generieren?
  • Struktur der Bevölkerung vor Ort nach Alter, Versichertenstatus, Einkommen
  • Erreichbarkeit der Praxis, z.B. öffentliche Verkehrsmittel, Parkplätze, Zugang barrierefrei oder zumindest -arm
  • Zu beachten: Eins-a-Lage verspricht nicht unbedingt den besten wirtschaftlichen Erfolg
  • Eigene oder gemietete Räume

Investitionen und Finanzen planen

  • Welche Investitionen sollen getätigt werden und in welcher Höhe?
  • Finanzierungsformen: Tilgungs-, Annuitäten- und/oder endfälliges Darlehen
  • Fördermöglichkeiten und -mittel
  • Vorsorge: bei Krankheit, im Alter, ggf. für die Familie
  • Private Lebenshaltungskosten

Beratung und Coaching

Vorgründungs- und Nachfolgecoaching durch das Institut für Freie Berufe (Förderung maximal 70 Prozent des Beratungshonorars), Beschreibung des Programms und Kontakt unter www.ifb-erlangen.de

Unternehmensberatung: ein Überblick des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Ausfall Praxisinhaber

Ausfall Praxisinhaber

Formulare und Merkblätter, um einen „Notfall-Ordner” anzulegen, in dem alle wichtigen Unterlagen hinterlegt sind.

Merkblätter: Was bei Ausfall des Praxisinhabers zu tun ist

Formulare: Vorsorge Ausfall Praxisinhaber

Wahl des Standorts

Für niederlassungswillige Zahnärzte könnte es attraktiver werden, im Zuge der Standortentscheidung bewusst Konkurrenzverdichtungen zu meiden und die eigene Existenzgründung in weniger wettbewerbsintensiven ländlichen und kleinstädtischen Gebieten zu realisieren.


Quelle: IDZ-Buch zur Praxisgründung

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