Kurzarbeit während Corona: Schritt für Schritt

Wissenswertes rund um das Kurzarbeitergeld

Die Corona-Pandemie sorgt bei Zahnärzten, beim Praxispersonal und bei Patienten gleichermaßen für Verunsicherung. Während durch ein verringertes Patientenaufkommen die Einnahmen sinken, bleiben die Kosten für die Aufrechterhaltung des Betriebs in der Zahnarztpraxis mindestens konstant. Eine Möglichkeit der Entlastung stellt in dieser Situation das Kurzarbeitergeld dar. Laut einer aktuellen Umfrage der Bundeszahnärztekammer arbeiten inzwischen etwa 70 Prozent der Zahnarztpraxen in Kurzarbeit.

Grundvoraussetzungen für Kurzarbeit

Das Beantragen von Kurzarbeitergeld ist gemäß einer Weisung der Bundesagentur für Arbeit vom 7. Mai 2020  auch für Zahnärzte unter erleichterten Bedingungen möglich – und zwar rückwirkend zum 1. März 2020. Folgende Voraussetzungen müssen dazu erfüllt sein:

  • Mindestens zehn Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben einen erheblichen Arbeitsausfall mit Entgeltausfall von mehr als zehn Prozent,
  • Dieser Arbeitsausfall ist unvermeidbar und vorübergehend.

Welche Voraussetzungen für den Anspruch auf Kurzarbeitergeld erfüllt sein müssen, erläutert die Bundeszahnärztekammer detailliert in ihrem Positionspapier.
https://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Kurzarbeitergeld_in_der_Zahnarztpraxis.pdf

Die vollständige Liste der Voraussetzungen ist außerdem im Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit online zu finden.
https://www.arbeitsagentur.de/datei/kug-corona-virus-infos-fuer-unternehmen_ba146368.pdf

Aufgaben der Zahnärzte im Zusammenhang mit Kurzarbeit

Auch unter vereinfachten Voraussetzungen muss der formelle Ablauf beim Beantragen von Kurzarbeitergeld gewahrt werden. Hier kommen auf Zahnärzte als Arbeitgeber folgende Pflichten zu:

  • Sie müssen belegen können, dass seitens der Zahnarztpraxis alles unternommen worden ist, um den Arbeits- und Entgeltausfall zu verhindern – dieser also unvermeidbar ist,
  • Sie müssen darauf achten, dass die Überstunden- und Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter abgebaut wurden –auf den Aufbau von Minusstunden wird verzichtet.
  • Sie müssen mit ihren Mitarbeitern individuell Kurzarbeit vereinbaren. Dazu müssen die Beschäftigten die persönlichen Voraussetzungen für Kurzarbeit erfüllen (§§ 27 Abs. 3,  98 SGB III).
  • Schließlich müssen sie die Kurzarbeit bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit, in deren Bezirk die Zahnarztpraxis ihren Sitz hat, anzeigen.
    https://www.arbeitsagentur.de/datei/kug050-2016_ba014803.pdf
  • Dabei müssen sie die Ursachen für den Arbeitsausfall darlegen und versichern, dass die Angaben nach bestem Wissen gemacht wurden.
  • Sie müssen die Höhe des Kurzarbeitergeldes berechnen – siehe Tabelle der Bundesagentur für Arbeit.
  • Sie müssen das Kurzarbeitergeld den Mitarbeitern selbst auszahlen und bekommen es dann von der Agentur für Arbeit erstattet.

Der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld ist bis zum 31.12.2020 wirksam. Das Kurzarbeitergeld kann bis zu 12 Monate lang bezogen werden.

Um juristisch auf der sicheren Seite zu sein und für Detailfragen empfiehlt die BLZK die Kontaktaufnahme zum Steuerberater.

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