05/16/2019 | compact aktuell |

Von der Abschaffung der Degression bis zum Z-MVZ

Diese neuen Regelungen gelten seit Inkrafttreten des TSVG

Das TSVG, das Terminservice- und Versorgungsgesetz, ist am 11. Mai 2019 in Kraft getreten und bringt auch für Vertragszahnärzte in Bayern einige Neuerungen mit.

Die folgende Aufzählung ist eine Zusammenfassung dessen, was die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung auf ihrer Website zum TSVG veröffentlicht hat, mit dem Ziel, „die Folgewirkungen dieses äußerst komplexen Gesetzes zu versachlichen und zur Klärung der Wirkweise zentraler Regelungen beitzutragen”.

Abschaffung der Degression

Die Punktwertdegression wird vollständig abgeschafft. Zahnärztliche Honoraransprüche können bei Überschreiten bestimmter Punktmengengrenzen nicht mehr durch Punktwertminderungen gekürzt werden. Das kommt vor allem Praxen in ländlichen, strukturschwächeren Regionen zugute (siehe hierzu auch den Artikel „Wichtiger Beitrag zum Erhalt der wohnortnahen Versorgung. KZVB begrüßt Abschaffung der Degression” im BZBplus 5/2019, S. 7).

Quote für Z-MVZ

Der Versorgungsanteil von Zahnarzt-MVZ, die von Krankenhäusern neu gegründet werden, wurde gedeckelt. In bedarfsgerecht versorgten Planungsbereichen darf ein Krankenhaus bzw. die zugehörigen Z-MVZ maximal 10 Prozent, in einem unterversorgten Bereich maximal 20 Prozent und in einem überversorgten Bereich maximal 5 Prozent des Versorgungsanteils ausmachen. Auf die Befugnis von Vertragszahnärzten, ein MVZ zu gründen, bezieht sich die Regelung ausdrücklich nicht.

Mehr Festzuschüsse

Im Herbst nächsten Jahres, ab 1. Oktober 2020, erhöhen sich die Festzuschüsse der GKV von 50 auf 60 Prozent. Entsprechend steigen die Boni, die Versicherte mithilfe des Bonushefts erhalten können.

Mehrkostenregelung KFO

Mit dem TSVG wird eine Mehrkostenregelung bei kieferorthopädischen Leistungen analog der Regelung bei zahnerhaltenden Maßnahmen eingeführt.

Gutachterverfahren

Die neue Gesetzesregelung bestätigt das bundesmantelvertragliche Gutachterverfahren. Eine Vermengung oder ein Nebeneinander des Gutachter- und des MDK-Verfahrens soll vermieden werden.

Elektronische Patientenakte

Die Krankenkassen werden verpflichtet, den Versicherten bis spätestens 2021 eine elektronische Patientenakte anzubieten.

Abrechnungs- und Wirtschaftlichkeitsprüfung

Die Ausschlussfrist wird auf zwei Jahre verkürzt. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung kann nur noch auf begründeten Antrag von Kasse oder KZV erfolgen.

Weitere Informationen

Website der KZBV, Terminservice- und Versorgungsgesetz

Website der KZVB, Wirtschaftlichkeitsprüfung

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