12/17/2020 | compact aktuell |

Gründen Zahnärztinnen anders als Zahnärzte?

Existenzgründung im Geschlechtervergleich

Wie haben sich die Kosten für die Praxisgründung im Jahr 2019 entwickelt? Das hat die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) gemeinsam mit dem Institut der Zahnärzte (IDZ) untersucht.

Im Jahr 2019 investierten Zahnärzte durchschnittlich vier Prozent mehr in die Gründung einer Einzelpraxis als im Vorjahr. Dabei waren die Übernahmepreise stabil bis sogar leicht rückläufig. Dafür stiegen die Investitionen in Umbau, Ausstattung und Modernisierung der Praxis. Jeder fünfte Niedergelassene in einer Einzelpraxis investierte mehr als eine halbe Million in die Existenzgründung.

Zahnärztinenn gründen später und sparsamer

2019 haben sich mit 51 Prozent erstmals mehr Frauen als Männer niedergelassen und bevorzugen dabei die Einzelpraxis, ebenso wie ihre männlichen Kollegen. Die Kooperationsquote fiel 2019 bei Frauen mit 27 Prozent und bei Männern mit 29 Prozent ähnlich gering aus. Dabei haben sich 54 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen vor ihrem 35. Lebensjahr in einer Zahnarztpraxis niedergelassen.

2019 gaben Zahnärztinnen, die sich durch Übernahme in einer Einzelpraxis niedergelassen haben, im Durchschnitt 318.000 Euro aus. Männer investierten mit durchschnittlich 392.000 Euro knapp ein Viertel mehr. Zahnärztinnen übernahmen 2019 häufig kleinere, günstigere Praxen. Sie zahlten im Schnitt 144.000 Euro, also gut 31 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen mit 210.000 Euro.

Bei den Investitionen in die Modernisierung und Ausstattung der übernommenen Praxis lagen dagegen beide Geschlechter fast gleich auf: Frauen investierten mit 174.000 Euro nur geringfügig weniger als Männer mit 182.000 Euro.

Praxis neu gründen, übernehmen oder BAG anschließen?

Die Ausgaben für die Neugründung einer Einzelpraxis beliefen sich im Jahr 2019 im Gesamt auf 493.000 Euro – 470.000 für einen Praxisanteil in einer Berufsaufsübungsgemeinschaft (BAG).

Am kostengünstigsten ist das Aufbauen auf vorhandenen Strukturen. So haben 2019 zahnärztliche Existenzgründer durch Übernahme einer kompletten Praxis für einen hälftigen Praxisanteil inklusive Übernahmepreis 288.000 Euro investiert. Zahnärzte, die in eine bereits bestehende BAG eingestiegen sind, zahlten für einen 35-prozentigen Praxisanteil im Schnitt einen Kaufpreis von 224.000 Euro, investierten durchschnittlich 68.000 Euro und kamen also auf einen Gesamtbetrag von 292.000 Euro.

Vorhandene Praxen bevorzugt

Bei der Existenzgründung  greifen Zahnärztinnen und Zahnärzte nach wie vor gerne auf bereits vorhandene Praxen zurück. Entsprechend war die Übernahme als Einzelpraxis mit 65 Prozent, aber auch die gemeinsame Praxisübernahme mit acht Prozent insgesamt wesentlich beliebter. Den Einstieg in bestehende BAG wählten 15 Prozent der Niederlassungswilligen.

Obwohl die Zahl der Zahnärztlichen Medizinischen Versorgungszentren (Z-MVZ) steigt, ist diese Option bei der Existenzgründung wenig verbreitet.

Hier geht es zur vollständigen apoBank-Studie:

http://newsroom.apobank.de

Sie möchten sich niederlassen und brauchen Rat? Das Zentrum für Existenzgründung und Praxisberatung der BLZK (ZEP) bietet Zahnärztinnen und Zahnärzten, die in Bayern praktizieren, kostenfrei eine individuelle und unabhängige Erstberatung. Mehr dazu erfahren Sie hier:

https://www.blzk.de/zep

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