11/06/2019 | compact aktuell |

So wollen künftige Ärzte arbeiten

Ergebnisse des Berufsmonitorings Medizinstudierende 2018

Junge Menschen studieren Medizin, um in der ambulanten oder stationären Versorgung zu arbeiten, während andere Arbeitgeber und -felder unverändert deutlich weniger attraktiv sind. Eine angestellte Tätigkeit im Krankenhaus und die Niederlassung als Facharzt sind vergleichbar attraktiv und werden von jeweils rund drei Viertel der Studierenden als Option genannt. Auch eine angestellte Tätigkeit in der ambulanten Versorgung ist für die Mehrheit eine interessante Möglichkeit der späteren Berufstätigkeit. Vor allem Frauen favorisieren diese Option.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Berufsmonitoring Medizinstudierende, das die Universtität Trier im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) seit 2010 erstellt. Die aktuelle Befragung wurde im Juni und Juli 2018 durchgeführt. Rund 14 000 Nachwuchsmediziner nahmen teil.

Viele Möglichkeiten für Ärzte

Unabhängig davon, ob die Studierenden eine Niederlassung ins Auge fassen oder als angestellte Ärzte arbeiten wollen: Die Einbindung in ein Team von Ärzten ist ein höchst wichtiger Faktor. „Ob Anstellung, Job-Sharing, Einzel- oder Gemeinschaftspraxis, Stadt oder Land, lokal oder standortübergreifend – kein anderer Bereich offeriert so viele Möglichkeiten für Ärzte, sich beruflich zu verwirklichen und gleichzeitig ihre privaten Bedürfnisse zu berücksichtigen", so Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV.

Niederlassung lieber gemeinschaftlich

Bei einer Niederlassung schrecken die Befragten vor allem das hohe Investitionsrisiko, die Bürokratie im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung, Wirtschaftlichkeitsprüfungen und drohende Regresse. Mehr als 60 Prozent der Befragten fühlen sich über die ambulante Praxis schlecht informiert. Bei den Studierenden, die an einer Tätigkeit in der ambulanten Medizin interessiert sind, geht der Trend zur Gemeinschaftspraxis (50,6 Prozent) und weg von der Einzelpraxis (4,7 Prozent).

Medizin und Familie

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat hohe Priorität für alle befragten angehenden Ärzte (95 Prozent). Vor allem Studentinnen zeigen eine Präferenz für angestellte Tätigkeiten im ambulanten Sektor. Dabei sind die Faktoren geregelte Arbeitszeit und Austausch mit Kollegen entscheidend. Ein der Tätigkeit und Verantwortung angemessenes Einkommen und ausreichende Möglichkeiten der Kinderbetreuung werden erwartet.

Zur Studie Berufsmonitoring Medizinstudierende 2018 auf der Website der KBV

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